Taiwan von internationaler Geldwäsche-Beobachtungsliste entfernt
Taiwan wurde von einer Beobachtungsliste für Länder, denen mangelnde Kontrollmaßnahmen gegen Geldwäsche vorgeworfen wird, entfernt.
Taiwan wurde von einer Beobachtungsliste für Länder, denen mangelnde Kontrollmaßnahmen gegen Geldwäsche vorgeworfen wird, entfernt, was die Wirksamkeit von Bemühungen der Regierung hervorhebt, Finanzverbrechen zu bekämpfen, und auch die Entschlossenheit des Landes verdeutlicht, internationale Standards einzuhalten, teilte das Justizministerium der Republik China (Taiwan) am 26. Juli mit.
Die Asien/Pazifik-Gruppe gegen Geldwäsche (Asia/Pacific Group on Money Laundering, APG), ein regionales Gremium der zwischenstaatlichen Organisation Arbeitsgruppe für finanzielle Maßnahmen gegen Geldwäsche (Financial Action Task Force on Money Laundering, FATF), strich Taiwan am 20. Juli während ihrer Jahreskonferenz, die vom 17. bis 21. Juli in Sri Lanka über die Bühne ging, von ihrer “Übergangs-Folgeliste”.
Als Gründungsmitglied von APG erhielt Taiwan im Jahr 2001 in der ersten Runde gegenseitiger Bewertungen der Gruppe einen positiven Befund. Während der zweiten Runde im Jahr 2007 beschloss die Organisation dagegen, dass das Land nicht alle internationalen Standards gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung voll einhielt.
Nach dem APG-Beschluss von 2007 wurde Taiwan auf die “reguläre Folgeliste” gesetzt. 2014 kam Taiwan auf die “Übergangs-Folgeliste”, welche Rechtssysteme betrifft, die ihre Bemühungen gegen Geldwäsche auf Vordermann bringen müssen.
Die dritte APG-Bewertungsrunde steht nach Auskunft des Anti-Geldwäscheamtes (Anti-Money Laundering Office, AMLO) im Exekutiv-Yuan für November 2018 an. Taiwan ist das einzige Rechtssystem, das von der “Übergangs-Folgeliste” — auf der zehn Länder standen, darunter Afghanistan, Brunei, die Philippinen und Vietnam — entfernt wurde, fügte das Justizministerium hinzu.
Das Land hat im Laufe der Jahre beträchtliche Fortschritte dabei gemacht, gegen Geldwäsche anzugehen, was die Entschlossenheit der Regierung belegt, Gesetze zur Bekämpfung von Finanzkriminalität umzusetzen, urteilte das Justizministerium. Zu den bislang ergriffenen Maßnahmen zählen die Verabschiedung des Geldwäsche-Kontrollgesetzes im Jahr 1996 und die 2011 verfügten Bestimmungen über Melden von Transaktionen oberhalb bestimmter Beträge und mutmaßlichen Geldwäsche-Transaktionen durch Juweliergeschäfte.
Laut AMLO traten die jüngsten Änderungen am Geldwäsche-Kontrollgesetz im Juni dieses Jahres in Kraft. Die Änderungen zielten darauf ab, Taiwans verfügbare Mittel gegen Geldwäsche zu stärken, die Transparenz von Kapitalflüssen zu verbessern, Hindernisse für die Strafverfolgung von Geldwäschefällen zu beseitigen und die internationale Zusammenarbeit in entsprechenden Bereichen zu fördern.
Überdies war im März dieses Jahres das AMLO mit der vorrangigen Absicht eingerichtet worden, erfahrenen Nachwuchs aus dem öffentlichen und privaten Sektor zu rekrutieren, das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung der Bekämpfung von Geldwäsche zu schärfen und das Land auf die bevorstehende dritte APG-Bewertungsrunde vorzubereiten.
Quelle: Taiwan Heute
- 10.08.2017 | Rubrik: Taiwan | 106 Aufrufe
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