China investiert in Prävention und Kontrolle von HIV und AIDS
Im Jahr 2016 gab die chinesische Regierung 4,6 Milliarden Yuan (694 Millionen US-Dollar) für die Kontrolle und Behandlung von HIV/AIDS aus. Während die Regierung auf Prävention setzt, forschen Wissenschaftler an neuen Therapiemethoden.
China richtete ein erstes Netzwerk von Präventionsdienstleistungen ein, in dem die Regierungsabteilungen die Führung übernehmen und sich auch die allgemeine Öffentlichkeit daran beteilige, sagte Wang Guoqiang, stellvertretender Chef der Staatlichen Kommission für Gesundheit und Familienplanung.
Das Netzwerk, das sowohl städtische als auch ländliche Gebiete abdeckt, umfasst HIV-Tests, Behandlungen und Nachuntersuchungen, um zu verhindern, dass die infizierten Patienten das Virus übertragen, sagte Wang auf der Nationalen HIV/AIDS Konferenz 2017, die in Guangzhou (Provinz Guangdong) abgehalten wurde.
Wang, der auch Direktor der HIV/AIDS Präventions- und Kontrollkommission des Staatsrates ist, sagte, China habe die Übertragung von HIV durch illegale Bluttransfusionen, die gemeinsame Nutzung von Nadeln und durch Mutter-Kind-Übertragung fast vollständig verhindert.
“Die rasche Verbreitung des Virus in einigen bestimmten Gebieten wurde stark eingedämmt, die Lebensqualität HIV-infizierter Personen wurde verbessert und die soziale Diskriminierung gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen wurde reduziert”, sagte er.
Laut offizieller Daten gab es in China Ende Juni dieses Jahres 420.000 HIV-infizierte Personen und 300.000 AIDS-Patienten. Über 221.000 Personen sind seit Beginn der Aufzeichnungen an dem Virus gestorben.
Han Mengjie vom Chinesischen Zentrum zur Kontrolle und Prävention von Erkrankungen schätzt, dass weitere 20 bis 30 Prozent der HIV/AIDS-Patienten sich entweder nicht über ihre Krankheit bewusst sind oder diese nicht gemeldet haben und warnte davor, dass die Kontrolle von HIV/AIDS eine Herausforderung bleibe.
Er sagte, ungeschützter Geschlechtsverkehr sei mittlerweile zur Hauptursache der Übertragung geworden und das Virus verbreite sich unter der älteren, jüngeren und männlichen homosexuellen Bevölkerung.
“Prostitution und sexuelle Aktivitäten, die durch Drogenmissbrauch und Social-Networking-Apps angetrieben wurden, stellen eine Bedrohung für die Kontrolle von HIV/AIDS dar”, sagte er.
“Gesundheitsbehörden werden die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen sicherstellen und so viele Infizierte wie möglich auffinden und behandeln, um die Verbreitung von HIV/AIDS auf eine niedrige Übertragungsrate zu reduzieren”, sagte Wang.
Während die Regierung den Schwerpunkt auf die HIV/AIDS-Prävention legt, suchen Wissenschaftler nach einem Durchbruch für die Behandlung.
Wang Fusheng, ein Spezialist für Seuchenbekämpfung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, führt Forschungen zur Immunozytom-Therapie durch. Im Gegensatz zu herkömmlichen Behandlungen gegen das Virus führt Wangs Team Untersuchungen zu Immunschwächen durch, nachdem CD4, ein Glykoprotein, das auf der Oberfläche von Immunzellen gefunden werden kann, beschädigt wird.
Bei Patienten, an denen die Therapiemethode getestet wurde, konnten innerhalb von zwei Wochen die Symptome gemildert oder unter Kontrolle gebracht, die Anzahl der CD4-Zellen wiederhergestellt und ihr Gewicht deutlich erhöht werden, sagte er.
Die Anzahl an CD4-Zellen ist ein Indikator für den Gesundheitszustand des Immunsystems. Die normale Anzahl an CD4-Zellen liegt bei einem gesunden Erwachsenen zwischen 500 bis 1.600 pro Kubikmillimeter. HIV schwächt das Immunsystem durch Schädigung der Funktion der CD4-Zellen.
“Wir haben bisher 25 Patienten behandelt, und die Forschungen dauern an”, sagte er.
Quelle: People’s Daily
- 28.09.2017 | Rubrik: Medizin | 161 Aufrufe
-
Alles, was Sie schon immer über den CHINESEN AN SICH UND IM ALLGEMEINEN wissen wollten!China ist in aller Munde. Ob wirtschaftlich, politisch oder – im wahrsten Sinne des Wortes – durch einen Besuch beim »Chinesen um die Ecke«. Doch was wissen wir eigentlich über »den Chinesen« oder die vielen Skurrilitäten im Reich der Mitte?
»Schnell festgelesen, oft zustimmend genickt und immer wieder herzlich gelacht – die ›Alltagssinologie‹ eröffnet dem China-Anfänger tiefe Einblicke in eine unbekannte Welt und bietet auch dem China-Veteranen viele neue Erkenntnisse.« (Dr. Cord Eberspächer, Direktor Konfuzius-Institut Düsseldorf)
Erfahren Sie, was Ihnen kein Reiseführer und kein Länder-Knigge verrät – und was Ihnen der Chinese an sich und im Allgemeinen am liebsten verschweigen würde.
Der Chinese an sich und im Allgemeinen - Alltagssinologie
Autor: Jo Schwarz
Preis: 9,95 Euro
Erschienen im Conbook Verlag, 299 Seiten
ISBN 978-3-943176-90-2