Taiwans Kabinett billigt Vierjahresplan für Windkraftförderung
Das Regierungskabinett der Republik China (Taiwan) billigte am 1. Juni einen Vierjahresplan für Windkraftförderung, der darauf abzielt, Taiwans Kapazitäten installierter Windenergie-Turbinen bis zum Jahr 2020 auf 1,334 Gigawatt (GW) zu erhöhen.
Premierminister Lin Chuan erklärte nach einer Lagebesprechung zu der Initiative des Wirtschaftsministeriums, Windkraft werde bei Taiwans Übergang zu einem nuklearfreien Land eine wichtige Rolle spielen. Durch die beschleunigte Einrichtung einer hochmodernen Windkraft-Infrastruktur wird der Plan überdies aufstrebende Gewerbe voranbringen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Sektors erneuerbare Energie stärken, fügte er hinzu.
Nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums dient die Zahl von 1,334 GW als kurzfristiger Meilenstein auf dem Weg zu dem eigentlichen Ziel von 4,2 GW installierter Windkraft-Gesamtkapazität bis 2025 — dem Zieljahr der Regierung, zu dem 20 Prozent der Elektrizität des Landes durch erneuerbare Quellen erzeugt werden sollen. Der Förderplan strebt außerdem danach, die Energiesicherheit zu erhöhen und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern, verlautete das Ministerium.
Ein beträchtlicher Teil der vermehrten Windkraft-Kapazität wird durch die Entwicklung von Offshore-Anlagen bewerkstelligt. Die Regierung plant, die Installierung von Anlagen an vorgesehenen Vorführ-Anreizorten voranzutreiben und Baumaßnahmen an anderen potenziellen Stätten zu fördern, mit dem Ziel, bis 2020 im Offshore-Bereich eine installierte Gesamtkapazität von 520 Megawatt (MW) zu erreichen.
Bislang wurden vier Offshore-Windräder mit einer gemeinsamen Gesamtleistung von 16 MW als Vorführgeräte in den Gewässern vor dem nordtaiwanischen Landkreis Miaoli und dem zentraltaiwanischen Landkreis Changhua aufgestellt.
Unter dem Förderplan wird die Regierung des Weiteren daran arbeiten, den Aufbau grundlegender Infrastruktur für Offshore-Windparks zu beschleunigen, darunter Installations-Pfeiler für Windräder, Unterwasserplattformen, Hafen- und Kaianlagen für Betrieb und Wartung sowie Netze für Stromübertragung und –verteilung.
Für landgestützte Windräder haben in der Entwicklungsstrategie die Förderung geeigneter Stätten und Beistand für die Lokalverwaltungen Priorität. Bis Januar dieses Jahres betrug die Stromerzeugungs-Kapazität der 346 landgestützten Windräder in der Republik China 682 MW, was die Regierung binnen vier Jahren auf 814 MW steigern will.
Nach den Ausführungen des Regierungschefs besitzt Taiwan strategische Vorteile zum Heranbilden einer Windkraft-Infrastruktur, darunter Expertise in Elektronik und Maschinenherstellung sowie einige der besten Umweltverhältnisse der Welt für die Entwicklung von Offshore-Windparks.
Indem die Zusammenarbeit zwischen Taiwan und ausländischen Firmen ermuntert wird, hofft die Regierung, das einheimische industrielle Knowhow mit internationalen Fertigkeiten bei Technologie und Systemintegration zu verbinden, um auf diese Weise einen Windkraftsektor von Weltklasse zu schaffen, so Lin.
Da der Einsatz von Offshore-Windrädern in die Zuständigkeit mehrerer Ministerien und Behörden in Ministeriumsrang wie das Wirtschaftsministerium, das Innenministerium, die Umweltschutzverwaltung (Environmental Protection Administration, EPA) und den Landwirtschaftsrat (Council of Agriculture, COA) sowie die staatliche Stromgesellschaft Taiwan Power Co. (Taipower) fällt, empfahl Premier Lin die Einrichtung einer universalen Service-Anlaufstelle, um bürokratische Abläufe zu beschleunigen und Investitionshindernisse auszuräumen.
Laut Wirtschaftsministerium wird erwartet, dass die Entwicklung des Windkraftgewerbes bis 2025 in Taiwan 10 000 Arbeitsplätze schafft und für Investitionen in Höhe von etwa 613,5 Milliarden NT$ (18,17 Milliarden Euro) sorgt, gleichzeitig wird der Ausstoß kohlenstoffhaltiger Schadstoffe um schätzungsweise 7,1 Millionen Tonnen im Jahr vermindert.
Quelle: Taiwan Heute
- 08.06.2017 | Rubrik: Taiwan | 101 Aufrufe
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