73 Prozent der chinesischen Mittelschicht droht sozialer Abstieg
Einer aktuellen Studie zufolge gehören 19,12 Prozent der Erwerbsfähigen in China zur Mittelschicht. Fast Dreiviertel von ihnen befinden sich am Rande des sozialen Abstiegs.
Li Qiang, Professor der Abteilung für Sozialwissenschaften an der Tsinghua-Universität, hat vor kurzem eine Studie in einer akademischen Zeitschrift der Provinz Jiangsu veröffentlicht. In der Studie wurden 683.291 berufstätige Menschen im Alter von 16 bis 64 Jahren untersucht. Die Anzahl entspricht etwa einem Prozent der sechsten nationalen Volkszählung aus dem Jahr 2010.
Die Studie ergab, dass Chinas Mittelschicht immer noch zur unteren Linie des Wirtschaftsspektrums geneigt ist.
Li zufolge besitzt Chinas Mittelschicht eine Übergangs- und Grenzschicht. In seiner Studie wurde die Größe der beiden Gruppen vermessen und ihre Verteilung sowie die Arbeitssituation in verschiedenen Städten analysiert.
Die Studie ergab, dass 5,62 Prozent der Untersuchten zur Oberschicht und 19,12 Prozent zur Mittelschicht gehören. 73 Prozent der Mittelschicht, die im Allgemeinen als Büroangestellte, im Verkauf, als Techniker oder in der Produktions- und Wartungsindustrie tätig sind, am unteren Ende der Mittelschicht situiert sind.
Li zufolge unterscheidet sich das Leben zwischen marginaler Mittelschicht und der Unterschicht nicht wesentlich. Eigentlich sollten diese zwei Gruppen sogar zur gleichen sozialen Schicht gerechnet werden, so Li.
Je größer eine Stadt ist, desto kleiner ist der Anteil der Menschen mit niedrigem Einkommen und desto größer ist die Mittelschicht. In kleinen, mittleren, großen, Millionen- und Megastädten beträgt der Anteil der Mittelschicht jeweils 14,1 Prozent, 17,17 Prozent, 20,01 Prozent, 27,68 Prozent und 41,4 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung.
Megastädte stehen vor einer Vielzahl von schwierigen Aufgaben bei der Förderung der Mittelschicht und der marginalisierten Mittelschicht, deren Mitglieder oft aus anderen Städten stammen und häufig von den Alteingesessenen ausgegrenzt werden.
Li erklärte, dass die Entwicklung der Megastädte zum sozialen Wandel und zum Aufbau einer postindustriellen Gesellschaft in China beitragen kann. Seine Studie spiegle die Sorgen über die sogenannten „städtischen Krankheiten“ wider, die durch das Ungleichgewicht zwischen steigender Einwohnerzahl und knappen städtischen Ressourcen verursacht werden. Anstatt sich um das Ausmaß der Megastädte zu sorgen, rät Li jedoch zu einer verbesserten Stadtverwaltung.
Quelle: People’s Daily
- 19.04.2017 | Rubrik: Gesellschaft | 1184 Aufrufe
-
Alles, was Sie schon immer über den CHINESEN AN SICH UND IM ALLGEMEINEN wissen wollten!China ist in aller Munde. Ob wirtschaftlich, politisch oder – im wahrsten Sinne des Wortes – durch einen Besuch beim »Chinesen um die Ecke«. Doch was wissen wir eigentlich über »den Chinesen« oder die vielen Skurrilitäten im Reich der Mitte?
»Schnell festgelesen, oft zustimmend genickt und immer wieder herzlich gelacht – die ›Alltagssinologie‹ eröffnet dem China-Anfänger tiefe Einblicke in eine unbekannte Welt und bietet auch dem China-Veteranen viele neue Erkenntnisse.« (Dr. Cord Eberspächer, Direktor Konfuzius-Institut Düsseldorf)
Erfahren Sie, was Ihnen kein Reiseführer und kein Länder-Knigge verrät – und was Ihnen der Chinese an sich und im Allgemeinen am liebsten verschweigen würde.
Der Chinese an sich und im Allgemeinen - Alltagssinologie
Autor: Jo Schwarz
Preis: 9,95 Euro
Erschienen im Conbook Verlag, 299 Seiten
ISBN 978-3-943176-90-2