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Spürbare Zurückhaltung deutscher Unternehmen beim weiteren Ausbau des Chinageschäfts

Deutsche Unternehmen in China bewerten die aktuelle wirtschaftliche Situation als eine der schwierigsten innerhalb der letzten Jahre.

Allerdings sind die deutschen Unternehmen für das kommende Jahr bereits optimistischer und rechnen mit einer positiveren Entwicklung der chinesischen Wirtschaft. Jedoch gibt ein Drittel der Unternehmen an, sich in China weniger willkommen zu fühlen. Die Investitionsabsichten deutscher Unternehmen innerhalb Chinas sinken auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. An der diesjährigen Geschäftsklima-Umfrage der Deutschen Handelskammer in China nahmen zwischen dem 1. und 28. September insgesamt 426 deutsche Unternehmen in China teil.

Keine Abzugspläne trotz schwierigerer wirtschaftlicher Lage, optimistischere Geschäftsaussichten für 2017

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, die deutschen Unternehmen in China bewerten das Geschäftsjahr 2016 als eines der schwierigsten der letzten Jahre. Entsprechend werden auch Umsatz- und Gewinnsteigerungen verhaltener als in den Jahren zuvor bewertet. Auch der Anteil der Unternehmen, die im Jahr 2016 Investitionen und Beschäftigung ausgebaut haben, ist auf dem niedrigsten Stand seit 2012. Jedes vierte Unternehmen rechnet aktuell mit Gewinnrückgängen. Besonders betroffen ist der Maschinenbau. Für das Folgejahr sind deutsche Unternehmen jedoch wieder optimistischer und erwarten eine positivere Wirtschaftsentwicklung und stärkeres Wachstum von Umsatz und Gewinn. Nach wie vor hat die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen keine Pläne, sich aus China zurückzuziehen.

Personalthemen führend, chinesischer Wettbewerb und Rechtsunsicherheit zunehmend drängend

Steigende Personalkosten und das Rekrutieren von qualifizierten Fachkräften bleiben die größten unternehmerischen Herausforderungen für die Mehrheit der deutschen Unternehmen in China. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerb mit chinesischen Unternehmen bereitet deutschen Unternehmen zunehmend Sorgen. Vor allem entwickeln sich die unzureichende Rechtssicherheit und unklare rechtliche Rahmenbedingungen zur unternehmerischen Hürde. Internetrestriktionen, die Geschwindigkeit des Internets und mangelnder Schutz geistigen Eigentums beeinflussen die Geschäftstätigkeiten der deutschen Unternehmen ebenfalls negativ.

Weniger Optimismus bei Wirtschaftsreformen, rückläufige Investitionstätigkeit

Unternehmen sind im Hinblick auf ihre Investitionstätigkeit zögerlicher geworden. Der Anteil der Unternehmen, die Investitionen an neuen Standorten in China planen, ist auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren zurückgegangen. Wirtschaftsreformen und -wachstum werden nach wie vor als positiver Faktor wahrgenommen, aber im Vergleich zu den Vorjahren hat die Erwartungshaltung nachgelassen. Weniger als die Hälfte der deutschen Unternehmen rechnet damit, dass von den Wirtschaftsreformen positive Impulse auf das Investitionsklima ausgehen werden.

Positiver Impuls von „Made in China 2025“

In einem Sonderteil der Umfrage wurden deutsche Unternehmen mit Produktionsstätten in China zu ihrer Einschätzung in Bezug auf Umfeld und Potential von Industrie 4.0 für ihre Unternehmen in China befragt. Eine deutliche Mehrheit (83%) sieht die Voraussetzungen am eigenen Standort für die Nutzung von digitalen Produktionsprozessen als grundsätzlich gegeben an. 14% der befragten Unternehmen setzen bereits intensiv oder zumindest teilweise Industrie 4.0-Technologie ein. Die Hälfte der Unternehmen bereitet gerade die Einführung vor oder befindet sich in der Planungsphase. Vorreiter in diesem Bereich ist die Automobilindustrie. Mehr als die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen erwartet außerdem positive Impulse von der „Made in China 2025“-Strategie, mit der die chinesische Regierung durch verstärkte Investitionen in zehn Schlüsselindustrien China als Industrienation etablieren will.

Über die Deutsche Handelskammer in China

Die Deutsche Handelskammer in China ist die offizielle Mitgliederorganisation deutscher Unternehmen in China. Mit aktuellen Marktinformationen und praxisorientierten Wirtschaftsauskünften hilft sie ihren Mitgliedern in China, erfolgreich ihre Geschäfte zu betreiben. Die Kammer ist die Plattform der deutsch-chinesischen Business Community und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Stakeholdern wie der Politik und der Öffentlichkeit. Die Kammer wurde 1999 gegründet und zählt momentan rund 2.500 Unternehmen in China zu ihren Mitgliedern.

Pressemitteilung der:
Deutschen Handelskammer in China

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