Chinas erste Genbank nimmt Arbeit auf
Am 22. September wurde in der südchinesischen Stadt Shenzhen Chinas erste nationale Genbank eröffnet. Sie soll dem Schutze, der Erforschung und der Nutzbarmachung genetischer Ressourcen dienen.
Von der Genbank in Shenzhen wird erwartet, dass sie die Genetik-Industrie ankurbelt und Chinas genetische Informationen sichert. Die neue Genbank ist mit Dutzenden von Kühlbehältern zum Speichern von Proben sowie 150 heimisch entwickelten DNA-Sequenzierungsmaschinen ausgestattet. Die Bank soll zudem für die Rekonstruktion globaler Bioproben und Daten genutzt werden.
Laut einem Bericht der Nanfang Daily werden derzeit insgesamt 10 Millionen Proben in der Bank gelagert. Der nationale Genpool besteht aus einer DNA-Datenbank und einer Proben-Sammlung. Die Bank ermöglicht insgesamt einen Datenzugriff von 60 Petabyte (60 Millionen Gigabyte). Mit einer angenommenen Dateigröße von 1 MB würde dies insgesamt 60 Milliarden Fotos entsprechen.
Die Genbank in Shenzhen ist eines der wenigen derartigen Projekten auf staatlicher Ebene. Genomische Bibliotheken wurden bereits in den USA, Europa und Japan realisiert. Anders als bei den anderen Genbanken, hat China nicht nur die Intention zur konsequenten Datenproduktion und -sicherung, sondern konzentriert sich auch auf Forschung und Nutzbarmachung.
„Wir hoffen, dass wir die Genbank zum größten Datenzentrum biologischer Information Chinas und sogar der Welt machen können. Ähnlich wie Google, aber im Bereich der lebens- und gesundheitswissenschaftlichen Daten“, so Mei Yonghong, Direktor der Nationalen Genbank Chinas sowie Vorsitzender und Geschäftsführer der Agriculture Group vom Beijing Genomics Institute (BGI).
Die Genbank wurde im Oktober 2011 von der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform, dem Finanzministerium, dem Ministerium für Industrie und Informationstechnologie und der Staatlichen Kommission für Gesundheit und Familienplanung genehmigt. Sie wird vom chinesischen DNA-Sequenzierungsunternehmen BGI unterstützt.
Vor Gründung der Bank wurden genetische Informationen in drei internationalen Datenbanken gespeichert: im US-amerikanischen National Center for Biotechnology Information, im britischen European Bioinformatics Institute und in der Japanischen DNA-Datenbank.
Die Sicherung genomischer Informationen im Lande ihrer Herkunft wird allgemein als äußerst wichtig erachtet, da die Daten als Teil der nationalen Strategie angesehen werden.
Im Bericht der Nanfang Daily wird des Weiteren erwähnt, dass die Genbank in Shenzhen am 22. September ein Kooperationsprojekt mit dem norwegischen Svalbard Global Seed Vault, dem weltweiten Saatgut-Tresor auf Spitzbergen, bekannt geben wird.
Quelle: People’s Daily
- 23.09.2016 | Rubrik: Wissenschaft | 3475 Aufrufe
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