Rund 2,4 Millionen Drogenkonsumenten in China
Bis Ende 2015 gab es in China fast 2,4 Millionen Konsumenten illegaler Drogen.
Seit 2014 konnte das chinesische Zollamt insgesamt 15,6 Tonnen geschmuggelter Drogen beschlagnahmen. Doch die Drogenbekämpfung in China steht noch vor großen Herausforderungen.
Am gestrigen Sonntag war der Internationale Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, auch Weltdrogentag genannt. Lan Weihong, stellvertretender Leiter der chinesischen Kommission für Drogenkontrolle, hat in diesem Zusammenhang bekanntgegeben, dass es in China bis Ende 2015 2,35 Millionen Drogenkonsumenten gab. Von diesen nahmen 1,09 Millionen gelegentlich und 1,27 Millionen regelmäßig illegale Drogen zu sich. 1,42 Millionen der Konsumenten hatten ein Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Sie konnten durch ihren Konsum nur eingeschränkt zur Gesellschaftsentwicklung beitragen und stellten eine Belastung für ihre Familien dar.
Lan merkte zudem an, dass die illegalen Drogen in China sehr diversifiziert seien. Heroin, Methamphetamin, Ketamin und neue psychoaktive Substanzen seien die vier Hauptdrogengruppen in China. Die Drogen stammen meistens aus Regionen, die politisch und gesellschaftlich instabil seien, wie dem Goldenen Dreieck (Hauptanbaugebiet von Opium im Grenzgebiet der Staaten Laos, Thailand und Myanmar) und dem Goldenen Halbmond (Hauptanbaugebiet von Opium im Grenzgebiet der Staaten Iran, Afghanistan und Pakistan).
Das chinesische Zollamt hat seit 2014 insgesamt 1.091 Rauschgiftfälle aufgeklärt, 1.055 Verdächtige festgenommen und 15,6 Tonnen geschmuggelter Waren beschlagnahmt.
Die meisten dieser Waren wurden bei Touristen sowie in Postpaketen und Kuriersendungen entdeckt. Sie machten etwa 80 Prozent aller aufgedeckten Fällen aus. Obwohl nur wenige Schmuggelfälle mit dem Güterverkehr in Zusammenhang standen, waren die Menge der dabei beschlagnahmten Drogen enorm. Beispielsweise konnte der Guangzhouer Zoll in der südchinesischen Provinz Guangdong bei zwei Schmuggelfällen im Güterverkehr 339 Kilogramm Methamphetamin beschlagnahmen.
Die Schmuggelmethoden sind in den letzten Jahren immer unscheinbarer geworden. Der Shanghaier Zoll konnte Kokain in Rotwein finden und der Qingdaoer Zoll Kokain in Plastiktüten, die in Unterwäsche eingenäht waren. Schwangere, Minderjährige, Senioren und Frauen mit hohem Bildungsniveau wurden rekrutiert, um Drogen nach China einzuführen.
Die Volksrepublik hat in den vergangenen Jahren bereits globale Kooperationen im Bereich der Drogenbekämpfung gestartet. 2012 und 2015 hat China in Zusammenarbeit mit der Weltzollorganisation im Zuge der „Skynet“-Kampagne 18,6 Tonnen illegale Drogen sicherstellen können. Seit 2015 hat Chinas Zollamt mit internationalen Drogenstrafverfolgungsbehörden sieben in- und ausländische Drogenschmuggelringe zerschlagen.
Quelle: People’s Daily
- 28.06.2016 | Rubrik: Medizin | 1400 Aufrufe
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