20 Jahre Flagge zeigen für Tibet
Mahnwache erinnert an die Opfer des Tibetischen Volksaufstandes.
Anlässlich des Tibetischen Volksaufstandes 1959 hielt die Tibet Initiative in München zusammen mit der Gemeinde der Tibeter heute eine Mahnwache am Rindermarkt ab. 66 Menschen versammelten sich dort. Ab 17 Uhr wurde mit Kerzen und Gebeten den Verstorbenen des Aufstands gedacht, aber auch den vielen TibeterInnen, die noch immer im Kampf um Selbstbestimmung und Menschenrechte ihr Leben verlieren. Trauriger aktueller Anlass waren zudem die Selbstverbrennungen von zwei tibetischen Minderjährigen in Tibet und Indien.
Am Infostand hatten die PassantInnen die Möglichkeit, ihre Gebete und Hoffnungen für die Welt zu notieren und im Stil von tibetischen Gebetsfahnen aufzuhängen. Viele Tibeter wünschten sich “no more self-immolation”. Ein Wunsch, der für Tibet von hoher Aktualität ist:
Wie die Selbstverbrennungen von Dorjee Tsering (Indien) und Kalsang Wangdu (Tibet) am 29.02.16 auf schockierende Weise zeigten, sind die, sich seit 20 Jahren wiederholenden, Demonstrationen zum 10. März noch nicht genug gewesen, um Menschenrechte nach Tibet zu bringen. Die andauernde Verzweiflung der TibeterInnen zeigt sich in diesen letzten Worten von 16 jährigem Dorjee Tsering: “I have had a strong determination to do something for Tibet since my childhood. So, I thought that there was nothing else I could do other than self-immolation. Because if there is self-immolation, people get shocked, thinking that he set himself on fire for his country. When they are shocked, countries like the United Kingdom, America and Africa begin to pay attention to Tibetans. When they pay attention, then they will support Tibetans. […]”
Das ungebrochene Vertrauen in die Hilfe und Unterstützung der Weltgemeinschaft ist bemerkenswert. “Wir müssen jetzt handeln. Es ist unsere Pflicht als BürgerInnen eines demokratischen, menschenrechts-liebenden Landes, die Politik zum Handeln aufzufordern. Das Leiden des tibetischen Volkes muss endlich aufhören!”, so Kathrin Brandner, Sprecherin der Tibet Initiative in München.
Die Tibet Initiative Deutschland e.V. (TID) ruft mit ihrer Kampagne “Flagge zeigen für Tibet” nunmehr seit 1996 Landkreise, Städte und Gemeinden dazu auf, am 10. März die tibetische Flagge zu hissen. In den vergangenen 20 Jahren haben sich mehr als 1000 Städte beteiligt. Damit brachten sie ihre Solidarität mit dem tibetischen Volk zum Ausdruck und sprachen sich für die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet aus. Auch in diesem Jahr haben mehrere hundert Städte, Gemeinden und Landkreise die tibetische Flagge gehisst, darunter Potsdam, Stuttgart Saarbrücken und Bremen. München war leider auch 2016 nicht dabei. Aber einige Rathäuser im Münchner Umkreis, wie Haar, Geretsried und Bad Tölz, zeigten Flagge und machten sich stark für Tibet.
Die Tibet Initiative Deutschland e.V. setzt sich seit 1989 für das Selbstbestimmungsrecht der Tibeter und die Wahrung der Menschenrechte in Tibet ein. Mit bundesweit 60 Regionalgruppen und Kontaktstellen und rund 2000 Mitgliedern, gibt sie Tibet eine starke Stimme. Die Regionalgruppe München der TID besteht seit 2008. In München und Umgebung organisieren rund zehn Ehrenamtliche politische sowie kulturelle Veranstaltungen, um über die Situation Tibets zu informieren.
Pressemitteilung der
Regionalgruppe München der
Tibet Initiative Deutschland e.V.
St.-Cajetan-Str. 10
81669 München
- 14.03.2016 | Rubrik: Tibet | 430 Aufrufe
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