Google plant möglicherweise Rückkehr nach China
Ein bisher kaum beachtetes Tochterunternehmen, das Google Inc. vor einem Jahr in Shanghai registriert hat, könnte eine Schlüsselkomponente werden bei der Rückkehr nach China sein.
Das Unternehmen mit dem Namen Pengji befindet sich in einem Hochhaus-Bürogebäude in der Freihandelszone in Shanghai – einem Gelände, wo die chinesische Zentralregierung mit wirtschaftlichen Reformen experimentiert.
Laut Angaben der örtlichen Behörden ist Google Irland der alleine Aktieninhaber von Pengji. Die Firma verfügt über ein Stammkapital von 5 Millionen Yuan (780.000 Dollar) und wird von William A. Farris geleitet, der bereits als Anwalt für das Google-Büro in Peking in Erscheinung getreten ist. Auf die Anfrage von China Daily reagierte er nicht.
Google hatte im Jahr 2010 den größten Teil seines Geschäfts vom chinesischen Festland abgezogen. Frühere Berichte über einen allfälligen Wiedereintritt wurden weder bestätigt noch bestritten. Allerdings meldeten mehrere Quellen, die an der Wiederöffnung von Google China mitwirken wollen, dass das Unternehmen seine Rückkehr in der ersten Hälfte des Jahres 2016 bekannt geben könnte.
Der jüngste Hinweis, dass Google eine Rückkehr auf das chinesische Festland erwägen könnte, gab es im Oktober, als das Unternehmen in die in Peking ansässige Firma Mobvoi investierte, die intelligente tragbare Technologien entwickelt. Die Höhe des investierten Betrags wurde nicht bekannt. Aber die Firma, die von einem ehemaligen Google-Forscher gegründet wurde, soll über eine Beteiligungsfinanzierung 75 Millionen Dollar aufgenommen haben.
China gilt heute als der größte Internet-Markt sowohl hinsichtlich der Zahl der Internet-Nutzer und wie auch der Menge an verkauften Smartphones. Analysten wiesen jedoch wiederholt darauf hin, dass Google möglichweise die besten Wachstumschancen in China bereits verpasst hat.
Dong Xu, ein Wissenschaftler bei der Beratungsfirma Analysys International, sieht für Google kaum Chancen, den lokalen Anbieter Baidu Inc. bei der Online-Suche zu überholen. Das in Peking ansässige Baidu hatte nach dem Wegzug der US-Firma die Marktanteile von Google übernommen.
Google versucht womöglich, den Smartphone-Markt in China aufzumischen, wo das Android-Betriebssystem über einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent verfügt. Kommentatoren erwarten die Schaffung eines eigenen App-Stores, der auf die Bedürfnisse von chinesischen Nutzern zugeschnitten ist.
Quelle: People’s Daily
- 11.12.2015 | Rubrik: Internet | 1602 Aufrufe
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